Winterruhe im Garten

Nach den letzten herbstlichen Blüten hat nun Mitte Dezember entgültig der Winter Einzug in den Garten gehalten. Der erste Schnee lässt eine wunderschöne, romantische Winterlandschaft entstehen. Zugleich schützt die Schneeschicht die darunter liegenden Pflanzen, wie heißt es so schön in einem bekannten Weihnachtslied: "... Schneeflöckchen, ach decke / die Saaten geschwind. / Sie frieren Du wärmst sie,..." Noch mehr Schutz erzielt man für seine Stauden, wenn man nicht alles Abgeblühte radikal, wie es lange Zeit üblich war, wegschneidet, sondern vor allem die standhaften Pflanzenteile stehen lässt - zugleich ein ästhetisch wunderschöner Anblick, wenn diese mit Raureif oder Schnee überzogen sind. Insbesondere Gräser sollten am besten erst Ende Februar, also im Spätwinter zurückgeschnitten werden - sie bieten zudem vielen Nützlingen im Garten ein willkommenes Winterquartier. Dieser Schnittzeitpunkt gilt im Übrigen auch für einen Großteil der Bäume und Sträucher. Der Wunsch den Garten "geordnet und aufgeräumt" in den Winter zu bringen, lässt viele im Herbst zur Schere greifen. Dies ist aber für die Pflanzen keineswegs gesund, im Gegenteil: Die Bäume und Sträucher haben gerade ihre ganze Kraft darauf verwendet, ihre Energie in den verholzten Pflanzenteilen zu speichern und ihre Blätter abzuwerfen. D.h. die Gehölze "bluten" nun verstärkt und die Gefahr, dass bei nass-kalter Witterung Pilze und Krankheiten durch die Schnittstellen eindringen, ist erhöht. Ein Herbstschnitt schwächt Sträucher und Bäume. Für diese gilt, ähnlich wie für Stauden, dass ein Spätwinterschnitt besser ist. Manche Gehölze bevorzugen auch einen Sommerschnitt, wodurch ein schwächerer Austrieb erzielt wird. Statt jetzt zu schneiden, sollte man besser die Zeit der Winterruhe im Garten genießen, die Gartenarbeit kommt noch früh genug auf einen zu. So wünsche ich allseits frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr mit viel Freude am Garten und Gärtnern.

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